Acht Rockstars von Windrich & Sörgel in Hamburg bei #OMR18

Acht Rockstars in Hamburg: unsere Highlights der OMR 2018

Acht? Sicha Digga!* Denn in diesem Jahr waren wir von Windrich & Sörgel mit acht Kollegen bei den Online Marketing Rockstars in Hamburg vertreten. Wir, das sind Tizian, Katarina, Corinna, Caro, Melanie, Stephanie, Sebastian und Dirk. Wir repräsentieren alle Bereiche unserer Agentur: von der Beratung über die Kreation und das digitale Marketing bis hin zur Geschäftsführung. In diesem Beitrag haben wir unsere persönlichen Highlights für Euch zusammengefasst.

Auch wenn jeder von uns sein ganz persönliches Fazit ziehen konnte, gab es doch einige Gemeinsamkeiten in unserer Nachbetrachtung:

  • Beeindruckend war wie auch schon in den letzten Jahren das Entertainment-Programm, das bei den OMR aufgefahren wurde (Fünf Sterne, Deichkind, Oli P., Marteria, Bausa, etc.)
  • Die OMR sind als Marke im Bereich Digital Marketing Know-how in Deutschland zum Top Player geworden und bringen die großen Namen und Anbieter zusammen; wer den Puls der Branche fühlen möchte, der sollte dabei sein!
  • Auch als Messe ist man in den letzten Jahren ganz schön schnell gewachsen, vielleicht etwas zu schnell. Wir fanden, dass bei der Orga des Events, besonders an Tag 1, noch viel Luft nach oben war. Beispiel Masterclasses: viele von uns erhielten erst einen Tag vor der Messe ihre endgültigen Teilnahmebestätigungen für Masterclasses. Da ist es schwer, sich im Vorhinein einen Tagesplan auszuklügeln und sich um Termine mit Ausstellern zu kümmern. Beispiel Kapazität: am Ende des ersten Tages standen einige von uns vor verschlossenen Türen als sie nach Raucherpause zurück in die Halle A4 zur Big Picture Stage wollten, um Lisa & Lena oder dem Show-Programm zu lauschen. Die Halle sei angeblich zu voll gewesen. Wer als Veranstalter mit 40.000 Besuchern rechnet, kann sich darauf evtl. besser vorbereiten.
  • Gutes Gespür für internationale Themen und Speaker: Philipp Westermeyer und sein Team haben auch in diesem Jahr die richtige Mischung aus Trends und Evergreen-Themen auf die Konferenz-Bühnen gebracht. Besonders am Konferenz-Tag 2. In den Masterclasses machte sich bei uns leider an einigen Stellen der Eindruck einer Verkaufsveranstaltung breit. Da sollten die OMR aus unserer Sicht aufpassen, dass sie nicht auf das Niveau vieler dmexco-Sessions abrutschen.

Darüber hinaus, waren die folgenden Beiträge unsere Highlights der Online Marketing Rockstars 2018:

Scott Galloway: auch ohne Bühnenkontakt eine echte Rampensau

Scott Galloway bei den Online Marketing Rockstars 2018

Mit seinem Beitrag „Observations of a Bystander“ (im Programm angekündigt als „A Critical Look at Digital, Advertising and the World Beyond“), den er leider nur per Satelliten-Live-Schaltung präsentieren konnte, hat Scott sehr beeinruckend dargelegt, wo die digitale Reise hingeht, wenn man Amazon, Facebook, Google und Apple weiter wie bisher das Spielfeld überlässt. Seine Empfehlung: die Zerschlagung der großen Vier in ihre Tochterfirmen, um wieder mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Seine These untermauerte er mit klaren Fakten und Prognosen und garnierte sie mit seinem unnachahmbar trockenem Humor. Wir empfehlen dringend, seinen Beitrag noch einmal im OMR YouTube-Channel anzusehen (so ca. ab 2:36:00: https://youtu.be/DI8h89UEOZc?t=2h36m30s).

Hier noch einige Thesen bzw. Fakten aus seiner Präsentation:

  • Amazon wird demnächst einen stationären Einzelhändler übernehmen.
  • Sprachassistenten (z.B. Amazon’s Alexa oder Google Home) werden zum zentralen Steuerungsinstrument der meisten Haushalte und Amazon wird sich in diesem Segment durchsetzen (lt. Galloway besitzen bereits 2/3 aller US-Haushalte ein Amazon Alexa).
  • Facebook Messenger Bots sind nur ein Trend, der sich nicht durchsetzen wird.
  • Die Marktkapitalisierung von Google, Amazon, Facebook und Apple ist zusammen größer als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Staaten (außer USA, China, Japan und Deutschland); die dadurch entstandene Marktmacht sollte nach Galloway’s Meinung  dringend eingeschränkt werden.

„State of the German Internet“: Philipp Westermeyers Eröffnungspräsentation

Im Kern seines Beitrags präsentierte Philipp Westermeyer fünf Strategien zum Erfolg im Zeitalter der GAFAs als Antworten auf die Frage mit welchen Methoden  deutsche Unternehmen erfolgreiche Wege trotz bzw. mithilfe der großen Vier einschlagen können. Seine Vorschläge lauteten:

  1. Go horizontal (sobald man eine Plattform mit nennenswertem Kundenstamm aufgebaut hat, in andere Produktbereiche diversifizieren)
  2. Retain (Kunden per Abo-Modell und/oder exzellentem CRM binden)
  3. Stand out (über Provokation oder einen CEO, der schon selbst eine Marke ist, besonders auffallen)
  4. Digital PR (mit ungewöhnlicher PR wie z.B. Elon Musk oder über Events à la Apple von sich reden machen)
  5. Be agile on Platforms (die großen Plattformen in all ihren Möglichkeiten kreativ für die eigene Werbung nutzen)

Dabei dürfte der erste Weg der sicher schwierigste sein, wenn man zunächst versucht, eine Plattform von ähnlichem Einfluss wie Facebook, Amazon & Co. zu erschaffen. Zalando mag hier ein Hoffnungskandidat sein. Oder auch die großen Player in Asien wie Alibaba oder Tencent.

Auf der Website der OMR gibts übrigens zur Präsentation einen Beitrag sowie den Link zum Slideshare Folienset.

Highsnobiety: die Sneaker-Community, die (Werbe-)Begehrlichkeiten weckt

How Highsnobiety sees its community

David Fisher lieferte mit Highsnobiety.com ein wunderbares Beispiel dafür, dass man als passionierter Blogger eine Community mit Millionen-Publikum aus dem Boden stampfen kann. Für ihn besonders wichtig: aus der Größe einer Community erwächst inhaltliche Verantwortung für die Authentizität der Botschaften. Auch die Community ist eine Gruppe von Individuen, die nicht stereotyp behandelt werden sollte.

Die grandiose Reichweite seiner Plattform versetzt David zum Beispiel in die Lage, dass die großen Sportschuh-Hersteller extra für seine Community Sondereditionen ihrer Modelle herstellen.

Voice is here to stay

Smart Speaker durchdringen gerade schneller den Markt als es bei seiner Einführung das Smartphone tat. Nicht ohne Grund wählte Google auf der großen OMR-Bühne dann auch große Worte und proklamierte das „Age of Voice“ – das Zeitalter der digitalen Assistenten.

  • Schon heute werden 25% der mobilen Suchanfragen bei Google über Voice getätigt.
  • Bereits 2/3 aller US-Haushalte besitzen Amazons Alexa.

Auf der Bühne sprachen dann die Großen wie Google über die Zukunft. So hatten Naomi Makovsky, Produktspezialistin für den Google Assistent, und David Sneddon, Managing Director Central Europe bei Google, die Vorstellung ihrer neuen Plattform „Transactions on Google“ im Gepäck, mit der Buchungen und Produktwerbung über Voice ermöglicht werden. Partner zum Start der Plattform in Deutschland sind Flixbus und car2go.

Spannend: Eine Marke muss sich im Zeitalter von Voice nicht mehr nur Gedanken machen, wie ihre Werte sich im Erscheinungsbild niederschlagen, sondern auch, wie sich die Marke anhört und wie sie spricht – humorvoll oder seriös, weiblich oder männlich? Einzelne Entwickler von Voice Apps (im Duktus der Anbieter dann „Actions“ oder „Skills“) gaben auf der OMR zudem interessante Insights über Konzeption und Monetarisierung von Sprachanwendungen (von T-Shirts als Dankeschön bis hin zur Finanzierung eines Traumhauses in Kalifornien scheint die Bandbreite noch sehr groß). Die gute Nachricht für Marken (und Entwickler): Noch ist der Markt häufig nicht besetzt – wer also schon jetzt mit einer Anwendung an den Markt geht, hat gute Chancen wahrgenommen zu werden und sich frühzeitig ein Publikum zu sichern.

Die Post wird digital

Deutsche Post gibt Ausblick: Offline-Ansprache von Website-Besuchern

Die Masterclass „Paper is the new Digital“ von der Deutschen Post könnte man ungefähr so beschreiben: Ja, die Verbindung von Klassik und Digital sollte besser und sinnvoller werden und die Deutsche Post hält dafür einige interessante Produkte bereit. Zum Beispiel weiß die Post jetzt „wo mein Cookie“ wohnt – das ist ja verrückt! Und es könnte eine spannende Ergänzung in Kampagnen ergeben oder auch die Möglichkeit bieten, Neukunden, die schon meine Website besucht haben, per Print Mailing anzuschreiben. Alles selbstverständlich im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung. Aber die Post ist hier wohl noch in der Findungsphase was ihre Position in der digitalen Vermarktungswelt angeht. Ein Blick auf die Produkte lohnt sich aber und bei nächster Gelgenheit sollte man das mal testen.

AdTech: in Zukunft mehr Transparenz durch Marktplätze für Werbetreibende

Brian O'Kelleys Einblick in die Zukunft programmatischer Werbebuchung

Brian O’Kelley von AppNexus stellte in seinem Beitrag dar, wie der heute für viele noch undurchdringliche Dschungel programmatischer Werbebuchungen in Zukunft transparenter gestaltet werden kann. Und: wer Bock hat ihm zu diesem Thema in seinen visionären Gedanken zu folgen, wird in seinem Blog rund um Blockchain und AdTech fündig: http://bokonads.com/

Das letzte Bier war gar nicht schlecht! Google Attribution sagt welche Touchpoints wirklich Schuld am Kater sind

Google Attribution: datengetriebes Attributionsmodell

Last Click Attribution war gestern. Jetzt aber endgültig. In seiner Masterclass hat das Google Attribution Team die gleichnamige Lösung für eine datengetriebene Messung des Beitrags von Marketing-Kanälen in der User Journey vorgestellt.

Google Attribution kann sowohl eingeschränkt in der Gratis-Version als auch in der Enterprise-Version genutzt werden. Voraussetzung in beiden Fällen ist die Anbindung an Google Analytics. Und: es braucht es eine gute Datenbasis von mind. 1.000 (Micro-)Conversions, damit der Algorithmus valide Erkenntnisse ausspuckt. Im Ergebnis erhält man für sein Unternehmen sein ganz individuelles Attributionsmodell und kann die Verteilung von Marketing-Budgets damit noch effizienter gestalten. Anbindungen an AdWords und Doubleclick erlauben die unmittelbare Anwendung der Erkenntnisse bei der Vermarktung. Auch Verbindungen zu anderen AdTech-Anbietern sind angeblich in Planung.

Was sind die visuellen Trends 2018?

Leider kann man nicht in eine Glaskugel schauen, um diese Frage zu beantworten. Wenn man jedoch Zugriff auf Millionen Nutzerdaten hat, fällt es einem schon viel leichter einen Ausblick zu geben. Bei dem Vortrag der Bildagentur „Getty Images“ haben wir spannende Einblicke in die visuellen Trends 2018 erhalten. Zwei davon fanden wir besonders interessant und würden sie hier gerne vorstellen.

Zweite Renessaince

Bei diesem Trend geht es um moderne und spielerische Interpretationen und Anspielungen auf historische Kunst:

Zum Beispiel Frida Kahlo

Das Mädchen mit den Perlenohrring

Oder auch Kombinationen

Dieser Trend 2018 findet sich häufig in Modemagazinen und bei Social Media Influencern.

Konzeptioneller Realismus

Durch einen besonderen Blickwinkel auf Alltägliches und Technologien werden neue Welten erschaffen, die Ihre eigen Story erzählen:

Mit der ästhetischen Kombination von realen Objekten

Und durch das spielen mit Objekt und Perspektive

Geboren ist dieser Trend natürlich im Social Media Universum, er lässt sich aber gewiss auf viele Medien und Kampagnen übertragen 🙂
Es bleibt definitiv auch dieses Jahr spannend und es gibt keine Grenzen für Kreativität.

Soweit unsere kleine Zusammenschau aus Hamburg. Feedback is welcome. Wie waren denn eure Eindrücke?

* Der Auftritt der Fünf Sterne Deluxe am Donnerstagabend war definitiv eins der Highlights, aber wir wollen in diesem Beitrag sachlich-fachlich bleiben

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